|
Kooperieren ist riskant. Das Handeln des einen
ist davon abhängig, wie die anderen vorgehen. Die
Schachzüge der anderen Seite sind nicht mit
Gewissheit vorhersagbar. Vertrauen ist ein Weg,
damit trotz dieser unvermeidbaren Unsicherheit
Kooperation zustande kommt. Das Problem ist: Wer den
anderen Vertrauen entgegenbringt, geht ein schwer
kalkulierbares Risiko ein: ihr Entgegenkommen kann
missbraucht werden.
Je häufiger jedoch eine Seite einen
Vertrauensvorschuss der anderen Seite erwidert,
desto wahrscheinlicher ist es, dass sich ein
langfristiges Vertrauensverhältnis entwickelt. Es
entsteht ein sich selbst verstärkender Mechanismus,
der sich in dem Maße stabilisiert, in dem die
Erwartungen der Vertrauenden eher erfüllt als
enttäuscht werden.
Dabei ist Vertrauen keine Angelegenheit, die von
der Sympathie abhängt, die sich zwei Menschen
entgegenbringen. Vertrauen kann sich auch zwischen
Abteilungen oder Organisationen aufbauen. Vor allem
lässt sich Vertrauen aber wie Denkmuster und
Machtkonstellationen analysieren und genau wie diese
bewusst aufbauen und gestalten. |